Gute Wachstumssaussichten für Wasser führende Systeme und die dezentrale Lüftung
Gute Wachstumssaussichten für Wasser führende Systeme und die dezentrale Lüftung
Arbeitskreis Klimatechnik der Fachhochschul-Professoren zu Gast bei Klimatechnik-Hersteller in Lingen / Neue Normen erfordern hohen Aufwand für Aktualisierung der Fachliteratur / Verfahren zur Messung der Lüftungseffektivität / Neues Verfahren für dezentrale Kühlung über Latentwärmespeicher kurz vor der Marktreife / Positive Marktentwicklung vor allem für Wasser führende Systeme und dezentrale Lüftung erwartet
Lingen
Professoren für Klima- und Lüftungstechnik bestätigen die Strategie von Emco Klima, das Produktangebot vermehrt auf dezentrale und Wasser führende Systeme auszurichten. In Lingen tagte kürzlich der Arbeitskreis Klimatechnik aus Professoren der Klima- und Lüftungstechnik an Fachhochschulen. Ein wichtiges Ziel des Kreises ist die Herausgabe des Handbuches der Klimatechnik, das bei Studenten deutscher Fachhochschulen sowie bei Planern und Entwicklern als Standardwerk verbreitet ist. Jeder der Professoren verantwortet dabei ein spezielles Fachge-biet und sorgt dafür, dass dieser Bereich auf dem aktuellen technischen Stand ist.
Da zur Zeit einige Normen neu oder in Überarbeitung sind, gebe es in der Literatur einen hohen Änderungs- und Aktualisierungs-bedarf. Die Neuerungen hätten bedeutenden Einfluss auf die Ausbildung der Studenten sowie auch auf die Entwicklung neuer Produkte. Mit den Vertretern der gastgebenden Firma diskutierten die Professoren des Arbeitskreises die für Hersteller relevanten Aspekte der VDI 6022, Hygiene-Anforderungen an raumlufttechni-sche Anlagen und Geräte, der DIN EN 13779, Lüftung von Nichtwohngebäuden, der EnEV und der DIN V 18599, energeti-sche Bewertung von Gebäuden gemäß der EU-Richtlinie.
Ein Beispiel für Auswirkungen auf die Produktentwicklung sind steigende Anforderungen an dezentrale Lüftungssysteme, die vor Ort Frischluft und Umluft filtern müssten. Die VDI 6022 schreibe hier Filterklassen von F7 bis F9 vor. Diese stellen einen zusätzli-chen Strömungswiderstand in den Geräten dar. Hersteller hätten jetzt Geräte zu entwickeln, welche die erforderliche Filterleistung bringen und trotzdem niedrige Schallemissionen hätten.
Auf dem Programm der Tagung standen auch Vorträge zu speziellen Themen. So referierte Prof. Dr. Berndt Hörner von der Fachhochschule München über die Tracer-Methode, mit der sich die Lüftungseffektivität in Räumen experimentell bestimmen lässt. Dabei wird ein Spurengas im ppm-Bereich zusammen mit der Luft in den zu untersuchenden Raum eingespült. Aus dem Abklingver-halten der Konzentration in der Abluft lassen sich dann Aussagen über den Luftaustauschwirkungsgrad und damit über die Lüftungseffektivität treffen.
Prof. Dr. Bernd Boiting von der Fachhochschule Münster trug erste Anwendungsergebnisse über eine modular aufgebaute Technologie zur dezentralen Raumkühlung vor, die auf der Nutzung von latenter Energie beruht. Die Module lassen sich über die Nachtluft aufladen und kühlen am Tag den Raum. Ergebnis des Praxisversuches, bei dem insgesamt 50 Module in ein Bürohaus eingebaut wurden, bestätigen das Konzept, wie Boiting berichtete, so dass der Lingener Hersteller für Klimatechnik nächstes Jahr den Vermarktungsbeginn unter dem Namen PCM-Systeme plant. PCM steht dabei für Phase-Change-Materials.
Die Fortschreibung der positiven Marktentwicklung erwarten die Professoren vor allem für Wasser führende Systeme, die Kühl- und Heizlasten primär wasserseitig zu- und abführen und die Lüftung auf die hygienisch notwendige Mindestversorgung reduzieren. Ebenso sieht der Arbeitskreis große Potenziale in der dezentralen Lüftungstechnik, die für viele Praxisprobleme eine vernünftige und oft sogar die einzige sinnvolle Lösung sei. Für diese Marktentwicklungen bietet der Lingener Hersteller ein umfangreiches Produktprogramm, wobei ihn hohe Design- und Technikkompetenz sowohl für Architekten als auch Planer zum kompetenten Problemlöser mache.
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