„Ohne Qualitätsmanagement läuft nichts.“

Quality Manager Klaus Wendeln im Gespräch

Qualität ist was der Kunde will?! Für den Begriff Qualität gibt es verschiedene Definitionen. Weit verbreitet ist es, Qualität als Grad der Übereinstimmung zwischen Ansprüchen an ein Produkt und dessen Eigenschaften anzusehen. Dass sie diese Übereinstimmung gewährleisten kann, nämlich höchste Qualität bietet, das steht auf der Internetseite der emco Group. Doch wie lässt sich Qualität messen? Bei der emco Group belegen verschiedene Prüfungen und Zertifizierungen die Qualität - sowohl in Bezug auf ausgereifte Konstruktionen als auch auf hochwertige Materialien und sorgfältigste Verarbeitung. Das GS-Siegel sowie die DIN EN ISO 9001:2008 dokumentieren den Standard der emco Produkte. Dabei kommt die Umwelt nicht zu kurz. Die emco Group verfügte als eines der ersten Unternehmen über ein QUS-Managementsystem (Qualität, Umwelt, Sicherheit). Klaus Wendeln, Quality Manager, erläutert seine Gedanken zum Thema. Der studierte Maschinenbau-Ingenieur, der in seinem vorigen Leben eine Ausbildung zum Klempner gemacht hat, ist seit 22 Jahren bei der emco Group tätig.

 

Interview: „Ohne Qualitätsmanagement läuft nichts.“

Ein Gespräch mit Klaus Wendeln,
Quality Manager bei der emco Group.

Das ganze Interview sehen

Was verstehen Sie unter dem Begriff „Qualität“?

 

Der Begriff Qualität wird im Qualitätsmanagement sehr vielfältig definiert. Für die emco Group haben wir eine Definition formuliert, die alles beinhaltet, was wir für essenziell halten: Das Erfüllen festgelegter und – wichtig! – vorausgesetzter Eigenschaften an Produkten, Dienstleistungen und Prozessen. Auch interne Prozesse, jeder Prozess, vom Prozess des Marketings bis zum Versand, unterliegt dem Qualitätsmanagement. Das ist der Grundsatz, auf den alle eingeschworen sind.

 

Wie wichtig ist ein Qualitätsmanagement bzw. eine Zertifizierung im Allgemeinen für ein Unternehmen?

 

Für uns ist eine Zertifizierung sehr wichtig. Ohne Qualität, somit ohne Qualitätsmanagement, kann man am Markt nicht bestehen, ohne Qualität gibt es kein Wachstum. Wir wollen unsere größte Priorität auf die Erschließung neuer Märkte durch höchste Qualität legen. Und ohne Zertifizierung wird am Markt nichts akzeptiert, das gilt weltweit. Gerade auch in den neuen Ländern, die wir erschließen möchten, werden Qualitätsaspekte immer wichtiger – beispielsweise in Japan.

 

Auf was kommt es dabei besonders an? Welche Anforderungen muss die emco Group erfüllen?

 

Wir müssen jetzt die gegenwärtigen und zukünftigen Kundenanforderungen verstehen. Diese zu erfüllen und danach zu streben, sie zu übertreffen – darauf kommt es an. Das sind zunächst Anforderungen, die über das Produkt selbst definiert sind. Blattleistung beim Hefter , Leistung in der Fahrzeugtechnik, Fahreigenschaften, Sicherheit etc. – Dinge, die messbar sind. Aber auch Dinge, die der Markt erwartet – vor allem gute Verarbeitung.

Gibt es Besonderheiten in Bezug auf die Unternehmensgruppe, die Sie hervorheben möchten?

 

Das ist ganz eindeutig die Produktvielfalt. Wir sind sehr breit aufgestellt. Vom Elektroroller bis hin zum Papierrollenhalter und zu Badprodukten und Teppichmatten. Dazwischen haben wir Befestigungstechnik, Bautechnik usw. Das bedeutet, es werden verschiedenste Materialien verarbeitet. Vom Gummi bis hin zu Elektronik, Metall und sogar Holz. Hinzu kommen Standorte in unterschiedlichsten Ländern wie China und Tschechien. Das bedeutet große Herausforderungen für das Qualitätsmanagement.

 

Sind die Qualitätsanforderungen für die verschiedenen Geschäftsbereiche unterschiedlich? Wenn ja, wie ist das Vorgehen innerhalb der Holding? Gibt es Qualitätsbeauftragte pro Bereich und/oder besondere Herausforderungen in den Bereichen?

 

Die Anforderungen an die Qualität sind in jedem Bereich gleich. Wir wollen immer höchste Qualität abliefern. Nur die verschiedenen Produkte und Prozesse sind sehr unterschiedlich. Ich habe sieben Mitarbeiter, die in den unterschiedlichen Bereichen tätig sind. Diese Mitarbeiter sind alle Ingenieure, Meister oder Techniker und müssen sich trotz hoher Qualifikation ständig fortbilden, weil wir unser Produktportfolio fortlaufend erweitern.

 

Was hat es genau mit dem QUS-Managementsystem auf sich? Können Sie die Hauptthemen kurz zusammenfassen? 

 

Es handelt sich um ein integriertes, dokumentiertes Managementsystem, das Qualität, Umwelt und Sicherheit beinhaltet. Diese Bereiche haben Synergien, die wir nutzen wollen. Wenn ich ein Qualitätsprodukt habe und intern wenig Ausschuss, schone ich automatisch Ressourcen, was der Umwelt zu Gute kommt. Wenn ich Material, beispielsweise wertvolles Messing, aber auch Leistungen wie Strom, Gas usw. spare, ist es dasselbe. Abfälle werden reduziert und sortenrein gehalten. Sicherheit hat wiederum Schnittmengen mit dem Umweltthema: Wir setzen Gefahrstoffe ein, beispielsweise in der Galvanik – und da werden durch Sicherheitsmaßnahmen umweltrelevante Störfälle vermieden. Natürlich geht es auch darum, Unfälle zu vermeiden. Daher ist Sicherheit auch ein sehr wichtiges Thema und das System muss als Gesamtes betrachtet werden. Das gilt für alle Unternehmensbereiche.

Wie wurden die Mitarbeiter instruiert und wie viele Mitarbeiter sind an der Umsetzung bestimmter Ziele beteiligt?

 

Das QUS-System ist als gemeinsamer Weg angelegt mit Schwerpunkt auf Fehlervermeidung. Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, bei der Fehlervermeidung mitzuwirken. Wir haben regelmäßige Qualitätszirkel. An den Veranstaltungen nehmen die Vorarbeiter und leitenden Angestellten teil. Da werden Qualitätsprobleme und Verbesserungsmöglichkeiten besprochen und anschließend werden die Informationen an die Mitarbeiter weitergegeben – in Form von Schulungen, Weiterbildungen, Produktschulungen. Und natürlich gibt es regelmäßige Unterweisungen. Das ist insbesondere notwendig in Bezug auf sicherheits- und umweltrelevante Prozesse.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? Auf welche Probleme stoßen Sie bei Ihrer täglichen Arbeit im Bereich Qualitätsmanagement?

 

Mein Arbeitsalltag ist sehr abwechslungsreich, allein schon durch die große Produktvielfalt. Es ist für mich und meine Mitarbeiter eine große Herausforderung, uns immer wieder in neue technische Sachverhalte und Prozesse hineinzudenken. Das heißt, wir müssen schnell Lösungen finden, schnell Antworten haben. Meistens stehen wir unter Zeitdruck, die Produkte sollen natürlich verkauft werden und nicht als gesperrte Ware im Lager haben.

 

Stichwort „Industrie 4.0“ – wie hat sich Ihre Arbeit im Zuge der Digitalisierung verändert?

 

Wir sind schon länger im Bereich Digitalisierung unterwegs und setzen zum Beispiel eine Messmaschine ein, die komplett automatisch Merkmale prüft. Wenn wir das händisch machen müssten, müsste ich zehn Mitarbeiter einsetzen, um das zu schaffen, was die Maschine schafft.

 

Welches Ziel verfolgen Sie persönlich mit Ihrer Arbeit im Bereich Qualitätsmanagement? Was möchten Sie erreichen?

 

Qualitätsmanagement ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Mein Ziel ist es, diesen Prozess ständig zu verbessern und auf einem hohen Niveau zu halten, damit wir am Markt die richtige Qualität bewahren – dieser Verbesserungsprozess muss stetig laufen.

Lesen Sie mehr zum Thema „Qualität bei der emco Group“:

 

 

 

Bleiben Sie up to date!

Der emcoPLUS Newsletter erscheint mehrfach im Jahr und informiert Sie regelmäßig über Interessantes und Aktuelles aus der Architektur, aus verwandten Disziplinen und natürlich aus dem Hause emco. Ihre Daten werden nicht weitergeleitet; Sie können sich jederzeit wieder abmelden.