Taktile Leitsysteme

in Eingangsbereichen

Barrierefreiheit gewinnt nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung an Wichtigkeit. Hier kommt auch taktilen Elementen große Bedeutung zu, die als Wegeleitsysteme blinden und sehbehinderten Menschen die Orientierung in öffentlichen Gebäuden, im öffentlichen Raum und auch im Wohnraum erleichtern. Unterschiedliche Systeme kommen zum Einsatz, beispielsweise Handlaufschilder, Bodenindikatoren oder Grundrisspläne und Beschilderungen, die dank speziell entwickelter Schriftarten und Kontraste ertastet und erkannt werden.

Taktile Leitsysteme in Eingangsbereichen

 

Taktile Leitsysteme – Möglichkeiten und Grenzen

Taktile Leitsysteme erlauben blinden und sehbehinderten Menschen die eigenständige Orientierung und Fortbewegung mit Hilfe eines Blindenstocks. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Taktile Bodenleitsysteme mit Bodenindikatoren. Sie sind je nach Land und Region unterschiedlich konzipiert aus optisch und taktil kontrastierenden Elementen. Diese können Rillen- und Noppenplatten oder stark kontrastierende Pflasterungen sein. Taktile Leitsysteme können erheblich dazu beitragen, dass blinde und sehbehinderte Menschen weitgehend gleichberechtigt leben, wenn konsequent über die Wegeführung hinweg eine barrierefreie Gestaltung der Umwelt gegeben ist.

Taktile Leitsysteme in Eingangsbereichen

Aufbau - Merkmale Taktiler Leitsysteme 

Im Normalfall sind Blindenleitsysteme aus Leitstreifen und Aufmerksamkeitsfeldern aufgebaut. Leitstreifen ermöglichen die Orientierung zu relevanten Zielen (Treppen, Entrees, Aufzüge). Aufmerksamkeitsfelder können Richtungen und Abzweigungen anzeigen, auf Fahrbahnquerungen, Haltestellen oder Aufzüge hinweisen, vor Hindernissen warnen uvm. Wenn Leitstreifen und Aufmerksamkeitsfelder nicht ausreichend kontrastieren, kann dazwischen ein Begleitstreifen aus kontrastreichen Bodenelementen installiert werden. Mithilfe eines Blindenstocks werden die Leitstreifen und Aufmerksamkeitsfelder ertastet und bieten Orientierung. In Kombination mit weiteren Maßnahmen wie Brailleschrift werden auf diese Weise Blinden und Sehbehinderten durchgängige Wegeketten erschlossen. Als Bodenindikatoren kommen meist Rillen- und Noppenplatten zum Einsatz. Taktile Leitsysteme können also durchaus unterschiedlich aussehen.

Taktile Leitsysteme in Eingangsbereichen
Taktile Leitsysteme in Eingangsbereichen

Bodenindikatoren – mit Rillen, Rippen oder Noppen

Rillenplatten sind die am häufigsten eingesetzten Bodenindikatoren. Rillenpflaster wird insbesondere bei Leitstreifen und Richtungsfeldern genutzt – es ist durch Schuhsohlen nur bei extrem breiten Rippenabständen spürbar. Per Blindenstock ermöglicht es aber eine gute Führung über längere Wege. Noppenplatten werden vor allem bei Aufmerksamkeitsfeldern installiert – sie lassen sich sowohl mit dem Blindenstock als auch mit dem Fuß ertasten und eignen sich daher besonders zur Warnung. Meist sind die Noppen als Kugelkalotten oder Kegelstümpfe gefertigt.

 

emco – Eingangsmatten als Taktile Leitsysteme 

Auch emco bietet ein taktil erfassbares Bodenleitsystem. Das für den Innen- und überdachten Außenbereich geeignete System emco 522 TLS lässt sich sowohl mit Eingangsmatten verschiedener Mattenhöhen als auch mit gängigen Bodenbelägen kombinieren. Es verfügt über Mattenträgerprofile unterschiedlicher Höhen, die sowohl mit der Fußsohle als auch mit dem Blindenstock erfühlt werden können. Wenn sehbehinderte Menschen Helligkeitsunterschiede wahrnehmen können, eröffnet die kontrastreiche Farbgebung des Leitsystems zum angrenzenden Bodenbelag eine zusätzliche Orientierungshilfe. Möglich ist auch die Integration eines Aufmerksamkeitsfelds ohne Leitstruktur, das auf eine Abzweigung oder einen Richtungswechsel hinweist. Das taktile Bodenleitsystem ist für Eingangsbereiche mit starker bis extremer Frequentierung gemacht, also vor allem für öffentliche und halböffentliche Einrichtungen geeignet.

 

Taktile Leitsysteme – wie und wohin sie leiten 

Die genormte Gesamtbreite gewährleistet, dass das Leitsystem unmissverständlich als taktile Bodeninformation wahrgenommen wird. In die je nach Anforderung stark bzw. extrem belastbaren Profile sind widerstandfähige Rips- oder Gummieinlagen eingelassen, die für einen effektiven Schmutzabrieb sorgen. Zur kontrastreichen Absetzung eines in eine dunkle Eingangsmatte oder einen dunklen Bodenbelag integrierten Leitsystems kommen hellgraue Einlagen aus Feinrips mit weiß lackierten Trägerprofilen zum Einsatz. Sind die Rahmenbedingungen umgekehrt, werden anthrazitfarbene Rips- oder schwarze Gummieinlagen in Kombination mit schwarz lackierten Profilen verwendet. So ermöglicht emco 522 TLS eine zuverlässige Weiterführung der oftmals in öffentlichen Räumen eingesetzten taktilen Bodeninformationen, indem sicher beispielsweise vom Gehweg ins Gebäudeinnere geleitet wird. Das Bodenleitsystem lässt sich dabei in alle Eingangsmattenlösungen von emco mit einer Höhe von 22 Millimetern integrieren. 

  

 

Lesen Sie weitere interessante Artikel im Online-Magazin:

 

 

Bleiben Sie up to date!

Der emcoPLUS Newsletter erscheint mehrfach im Jahr und informiert Sie regelmäßig über Interessantes und Aktuelles aus der Architektur, aus verwandten Disziplinen und natürlich aus dem Hause emco. Ihre Daten werden nicht weitergeleitet; Sie können sich jederzeit wieder abmelden.