Trends im Hoteldesign 2020

Fachsymposium in Stuttgart

Als im Februar in Stuttgart wieder das Fachsymposium „Trends im Hoteldesign“ der Fachzeitschrift hotelbau stattfand, galt Corona hierzulande noch weitgehend als asiatisches Phänomen. Mittlerweile sorgt das Virus weltweit für entscheidende Umwälzungen. Leere Züge, gestrichene Flüge, abgesagte Messen – zu den ersten besonders betroffenen Branchen zählen Hotellerie und Gastronomie. Was wird die Zukunft bringen? Wie wird sich die Branche verändern? Welche Auswirkungen mag diese Krise auf das Hoteldesign haben? All das steht in den Sternen. Was wir jedoch berichten können: Das Fachsymposium während der Intergastra war ausgesprochen gut besucht und fand beim Publikum großen Anklang. emco war wieder als Sponsor mit von der Partie. Finden Sie hier eine Zusammenfassung der Inhalte.

 

Auf dem Fachsymposium, das am 19. Februar im Rahmen der Intergastra in Stuttgart stattfand, stand die Vielfalt im Hoteldesign im Vordergrund. Die Erwartungshaltungen der unterschiedlichen Zielgruppen wurden beleuchtet und Fragen zu den Entwicklungen der letzten Monate und Jahre diskutiert. Unter anderem: Wieviel Storytelling verträgt der Gast? Was ist Design, was nur Dekoration? Was ist echt, was fake? Bereits am 18. Februar waren alle Teilnehmenden zum Networking-Event in die Sansibar by Breuninger in Stuttgart eingeladen. Messebesucher, die an diesem Tag schon auf der Intergastra waren, hatten außerdem die Gelegenheit von 11.00–16.00 Uhr das erste hotelbau BarCamp im Ausstellungsbereich „Fokus Hotel“ zu besuchen.

Studie „Hotelzimmer 2030“

Um die Frage „Wie findet der Hotelier das richtige Design für sein Hotel der Zukunft?“ drehte es sich im ersten Vortrag der Veranstaltung. Wer ein Hotel buchen möchte, entscheidet sich oft anhand von Hotelfotos im Internet. Das abgebildete Hoteldesign ist also schon bereits der Buchung sehr wichtig. Aber wer entscheidet über das Aussehen der Zimmer? Und wo geht der Trend im Hoteldesign hin? Das untersuchte die IUBH Internationale Hochschule in ihrer aktuellen Studie über das „Hotelzimmer 2030“  – darüber referierten Prof. Dr. Nicola Zech, Fachgebietsleiterin für Tourismus an der IUBH Internationale Hochschule, und Prof. Dr. Annegret Wittmann-Wurzer, IUBH-Professorin für Tourismuswirtschaft. Sie präsentierten die Ergebnisse der IUBH-Studie zu Zielgruppenwünschen und Planungsprozessen im Hoteldesign.

Hotel als Gästegemeinschaft

Die Ergebnisse der Studie wurden auch von den folgenden Vortragenden mit Spannung verfolgt. Nicole Franken, Franken Architekten, und Juliane Maier vom Studio Aberja erläuterten, was den Erfolg des Lindley Lindenberg in Frankfurt (Finalist Hotelimmobilie des Jahres 2019) ausmacht. Dieses ungewöhnliche Haus steht weder für Hotel noch Wohngemeinschaft – oder eher für beides zugleich. Hier wird der Gast Teil einer Gästegemeinschaft. Zu diesem Zweck wurden beispielsweise Gemeinschaftsräume für viel Platz für Freundschaften geschaffen. Nicole Franken umschreibt es so: „Wir erzählen Geschichten mit räumlichen Mitteln. Die Menschen kommen mit ihrer Geschichte in unsere Räume und überlagern diese dann mit ihrer eigenen Erzählung. Für unsere Kunden schaffen wir damit nachhaltige Bedeutungsmehrwerte durch Spatial Narratives für Architektur, Interior Design und Urban Design Projekte.“ In der Gästegemeinschaft sind Übernachtungsgäste genauso willkommen sind wie Gäste, die für ein paar Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre ein zweites Zuhause suchen. Und zwar in einem Gebäude, das aus einem siebengeschossigen riegelförmigen Baukörper besteht, geteilt in einen Zimmertrakt mit Lochfassade und eine angesetzte „Wunderkiste“. Das Mobiliar besteht aus handgefertigten Unikaten, restaurierten Thonet-Möbeln und ausgewählten Designstücken. Außerdem zieren 500 zeitgenössische Kunstwerke das Hotel. Über die Gestaltung des Hauses von den Zimmern bis zur Fassade berichtete Juliane Maier: „…verspielt, erfinderisch und dennoch konsequent.“ Eine Möglichkeit, sich zu positionieren und begehrenswert zu machen.

Es geht um Identität

Darum geht es auch bei der Arbeit von Laura Kalcher, Expertin für Hospitality Branding bei der moodley design group, die sich dem Thema „Identity as a total experience“ widmete. moodley unterstützt als international tätige Agentur in den Bereichen Strategie, Design, Interactive und Produkt die Kunden dabei, am Markt sicht- und erlebbar zu sein – Markenkommunikation. „Marke ist die Summe der Details, die wir empfangen und wahrnehmen, denn am Ende zählen die Erfahrungen, die man mit einer Marke macht“, betonte sie. Abschließend ergänzten Max Gross, Senior Director Business Development, Radisson Hotel Group, und Robbin Rauscher, Category Manager Branded Real Estate & Business Development, Porsche Design, die Inhalte des Tages mit ihren Ausführungen zum Radisson Blu Hotel im Porsche Design Tower Stuttgart. Das Hotel wird über 168 Zimmer verfügen, die sich in dem 90 Meter hohen Turm von der neunten bis zur 23. Etage verteilen. Das Hochhaus grenzt an das von der Porsche Deutschland GmbH konzipierte Porsche Zentrum an. Man darf gespannt sein.

Die abschließende Diskussionsrunde mit Matthias Brockmann, Geschäftsführer, Travel Charme Hotels & Resorts, Uli Demetz, Host, Jams Music Hotel München, und Harald Ultsch, Geschäftsführer Harry’s Home Hotels, wurde rege geführt und vom Publikum aktiv mitgestaltet.

 

 

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