„Look how she rubs her Hands!“

Mit Flüssigseife ist das Leben leichter

Arme Lady Macbeth! Das ständige Händewaschen wäre so viel komfortabler gewesen, wäre die Flüssigseife schon erfunden gewesen. Stattdessen musste sie vermutlich mit dicken Stücken Kernseife ihre zarten Hände schrubben. Kaum war der Mord an König Duncan vollzogen, überkam sie das schlechte Gewissen – doch der Lady permanenter Versuch, ihre Hände in Unschuld zu waschen, half nur wenig. Wäre das anders gewesen, hätte sie duftige Seife aus einem formschönen Spender gepumpt? Vermutlich nicht. Doch auch wenn Lady Macbeth nicht mehr zu retten ist, die Flüssigseife und der Seifenspender haben die Waschkultur revolutioniert.

 

Zunächst beeinträchtigen synthetische Flüssigseifen den pH-Wert der Haut nicht negativ und führen zu einem angenehmen Hautgefühl, da sie die Rückfettung verbessern und dermatologisch oftmals verträglicher sind als ihre Vorfahren. Apropos „Seifen-Ahnen“: Erinnern Sie sich noch an die wie Gyrosspieße aussehenden Seifenmühlen, die man noch mitunter an von der Zivilisation vergessenen Orten findet? Sie gaben parmesanartige Seifenspäne ab, die dann in der Hand und später im Becken zu verklumpen pflegten. Auch dies passiert mit moderner Flüssigseife nicht – im Waschbecken hinterlässt sie zudem keine Kalkränder, denn Flüssigseife besteht aus einer Emulsion von synthetischen Tensiden in Wasser. Diese bilden im Gegensatz zu fettsäurebasierte Seifen mit dem Calcium im Leitungswasser keine schwerlöslichen Kalkseifen, wie sie sich eben in unschönen Kalkrändern in Waschbecken und Badewanne niederschlagen.

Seifenmühle © Bullenwächter, Seifenmühle, CC BY 3.0

Und dann ist da noch die Hygiene: Flüssigseifen werden bevorzugt im öffentlichen Bereich verwendet, da sie sehr gut dosierbar sind und in Seifenspendern verwendet werden können. Dies verhindert die Kontamination des Tensids mit Krankheitserregern – und auch der Hautkontakt mit möglicherweise verkeimten Seifenstücken entfällt. Noch mehr Sicherheit gewährleistet die Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe (INCI), die die Standardisierung der Produkte und die Nomenklatur für die enthaltenen Substanzen koordiniert.

 

Also: Die Flüssigseife ist eine geniale Erfindung. Doch wieso hat sie so lange auf sich warten lassen?

Hingen doch noch vor wenigen Jahrzehnten unhandliche und mit dem Gebrauch steinhart werdende Seifenstücke an Magnethaltern und verunzierten die Atmosphäre des Bades. Man höre und staune: Flüssigseife gab es schon im 19. Jahrhundert. Ein gewisser William Sheppard ließ erstmals im Jahr 1865 die Flüssigseife patentieren. Im Patent ist allerdings von „verbesserter Flüssigseife“ die Rede, es muss also schon zuvor Flüssigseife gegeben haben. Zu jener Zeit war die Flüssigseife allerdings der Industrie, später auch Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen, vorbehalten. Die Serienproduktion für den häuslichen Gebrauch ließ noch lange auf sich warten. Erst 1980 brachte die Minnetonka Corporation of Minnesota das Produkt „Softsoap“ auf den Markt – und die Mitbewerber Colgate und Proctor & Gamble arbeiteten auch bereits an Flüssigseife für den Hausgebrauch. Der große Durchbruch kam aber erst mit dem Spender. Ohne eine geeignete Pumpe – und geeignete Pumpen wurden nur von wenigen Fabriken in den USA hergestellt – würden alle Bemühungen scheitern, der Flüssigseife zum großen Erfolg zu verhelfen. Minnetonka gelang ein durchschlagender Schachzug: Das Unternehmen kaufte alle Kunststoffpumpenspender im Land auf und genoss ein Monopol auf Flüssigseife – bis Colgate-Palmolive 1987 Minnetonka kaufte.

Mittlerweile ist Flüssigseife aus Haushalten auf dem ganzen Globus nicht mehr wegzudenken. Und mit ihrem Siegeszug entstanden die unterschiedlichsten Pumpspender – aus Plastik, Glas oder Stein, mit hochwertigen Pumpen aus Kunststoff, die – wie die Seife selbst – erst erfunden und dann weiterentwickelt werden mussten. Auch bei emcobad entstanden im Laufe der Zeit zahlreiche formschöne und funktionale Seifenspender.

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