„Der Kunde bestimmt unser Handeln.“

Ein Gespräch mit Jörg Harbecke, Geschäftsführer emcobau

Sommer 2018 – Jörg Harbecke eilt von Termin zu Termin. Der neue Geschäftsführer von emcobau setzt seine Energie zu 100 % für die Belange des Unternehmens und die derzeitigen Projekte ein. Zwischendurch findet er trotzdem ein Zeitfenster für ein Gespräch. Sein Werdegang – Ausbildung im Metallbereich mit anschließendem Studium zum Maschinenbautechniker – brachte ihn 1995 zur Erwin Müller Gruppe. Ab 1999 koordinierte er als Vertriebsleiter bei emcobau den Produktions- und Vertriebsaufbau des neuen Produktbereichs textiler Mattensysteme. Seit 2010 war er zusätzlich Geschäftsführer der C/R/O/ GmbH. Seit diesem Jahr hat er die Geschäftsleitung von emcobau übernommen. Wir sprachen mit Jörg Harbecke über seine neue Funktion und seine Pläne für die Zukunft.

 

 

emcoPLUS: Sie arbeiten schon seit über 20 Jahren bei der emco Group – wie fühlt es sich an, jetzt als Geschäftsführer tätig zu sein?

Nicht sehr viel anders als vorher, zumal ich seit 2010 bereits Geschäftsführer der Tochtergesellschaft C/R/O/ bin und dadurch schon gewisse Erfahrung mitbringe. Jetzt kann ich natürlich stärkeren Einfluss auf die Entscheidungsprozesse bei emcobau nehmen und habe die Hebel in der Hand, diese zu beschleunigen.

 

emcoPLUS: Ein Wechsel der Geschäftsführung ist immer beides – eine Chance für einen Neuanfang und eine Chance kontinuierlich auf bisherigem Erfolg aufzubauen. Wie sehen Sie das?

Ich sehe es als eine Mischung aus beidem. Vieles, was in der Vergangenheit gemacht wurde, war absolut richtig und die Grundlage des Erfolgs von emcobau, daher möchte ich nicht von einem Neuanfang sprechen. Trotzdem geht es nicht ohne Veränderungen. Aufgrund der Größe von emcobau sind Anpassungen in einigen Bereichen unumgänglich, so müssen wir uns mit der Einführung eines neuen CRM-Systems mit gewissen Anpassungen im Innen- und Außendienst beschäftigen. Auch im Produktbereich sind Veränderungen und Innovationen erforderlich, um dem immer stärker werdenden Wettbewerbsdruck standzuhalten. Außerdem dürfen wir uns dem Riesenthema „Digitalisierung“ nicht verschließen. So müssen wir die internen Prozesse verschlanken, aber auch unsere Außendarstellung auffrischen – der Kunde bestimmt unser Handeln und steht im Fokus unserer Aktivitäten. Er bestimmt durch sein Kaufverhalten auch unsere internen Prozesse, daher beschäftigen wir uns selbstverständlich auch mit B2B-Shoplösungen.

 

Gut aufgestellt im Wettbewerb

emcoPLUS: Wie ist emcobau im Vergleich zum Wettbewerb positioniert?

Da sehe ich uns als Marktführer hervorragend positioniert. Wir haben ein großes und sehr motiviertes Vertriebsteam mit jahrelanger Erfahrung und hoher Kompetenz sowie ein sehr gutes Servicenetz. In Kombination mit innovativen Produkten bringt uns das eine enorme Kundennähe.

 

emcoPLUS: Vom Produkt- zum Systemanbieter – wie geht die Verschmelzung von emcobau und C/R/O/ vonstatten?

Sehr gut – der Vertrieb beider Produktgruppen wird immer weiter vereinheitlicht, und unser Ziel ist es, spätestens Ende 2020 hier eine Deckungsgleichheit zu 100 % zu erreichen. Beide Produktgruppen passen hervorragend zusammen, da macht es absolut Sinn, diese auch gemeinsam zu vermarkten. emcobau hat damit eine Alleinstellung im Markt und unterstreicht deutlich die hohe Kompetenz im Bereich hochwertiger Sauberlaufsysteme.

Sauberlauf von C/R/O/

emcoPLUS: Was sind die größten Veränderungen, die Sie in den letzten zehn Jahren bemerkt haben?

Ganz klar die Digitalisierung und die damit einhergehende Vergleichbarkeit der Produkte, sowohl in Hinsicht auf Qualität als auch Preis. Dieser Trend darf nicht verschlafen werden, eine Zukunft ohne moderne B2B-Shop-Systeme ist undenkbar.

 

Maßnahmen zur Sicherung des Unternehmenserfolgs

emcoPLUS: Mit welcher Strategie sichern Sie den Unternehmenserfolg nachhaltig?

Wichtig ist mir eine Neuaufstellung im Innen- und Außendienst mit einer noch deutlich stärkeren Fokussierung auf und Präsenz bei unseren Kunden. Aber auch der Aufbau von Alleinstellungsmerkmalen gegenüber unseren Marktbegleitern ist ein erklärtes Ziel, welches wir zur Bau 2019 umsetzen werden. Wir müssen mehr den Produktnutzen in den Vordergrund stellen und verstehen, was der einzelnen Zielgruppe wichtig ist. Das bedeutet, dass wir gezielter auf die einzelnen Kundengruppen eingehen werden, denn der Architekt hat andere Anforderungen als der Investor oder der Verarbeiter.

 

emcoPLUS: Können Sie etwas dazu sagen, welche konkreten Maßnahmen Sie in den kommenden sechs Monaten umsetzen werden?

Natürlich steht der Aufbau der oben erwähnten Leistungsmerkmale im Mittelpunkt, denn hier ist mit der Bau in München eine natürliche Grenze gesetzt, die wir nicht reißen dürfen. Aber auch die bereits erfolgten Änderungen in unserer Aufbauorganisation, die Einführung des CRM-Systems und die o. g. Neuaufstellung im Innen- und Außendienst werden wir massiv vorantreiben. Ob das innerhalb der nächsten sechs Monate abgeschlossen ist, wird sich zeigen.

Sauberlaufsysteme von emcobau schützen die Bodenbeläge in hochwertigen Objekten,
beispielsweise hier: Bahnhof Lüttich, Einkaufszentrum Emporia in Malmö, Bürogebäude „The Squaire”, Frankfurt (v. l. n. r.)

emcoPLUS: Ihr Vorgänger Jochen Holzapfel sah den Schlüssel zum Erfolg vor allem im Vertrieb. Ihre Meinung dazu?

Das sehe ich genauso, denn wir haben ein erklärungsbedürftiges Produkt, was zwar in gewissem Umfang über Online-Vertriebskanäle vermarktet werden kann, aber Objektgeschäft ohne persönliche Vor-Ort-Beratung und Service ist undenkbar.

 

Werterhalt und Sicherheit im Fokus

emcoPLUS: Wo bzw. wie sehen Sie emcobau in zehn Jahren?

Unsere Position als Marktführer für hochwertige Sauberlaufsysteme sehe ich auch dann noch als wichtigen und zentralen Punkt. Ich bin mir aber sicher, dass wir uns bis dahin vom reinen „Mattenanbieter“ zum Profi für den Werterhalt und die Sicherheit von Bodenbelägen entwickelt haben. Hierfür arbeiten wir schon jetzt an der Vernetzung mit Marktbegleitern, die sich auch diesem Thema widmen.

Auch sehe ich uns nicht nur in der Erstausstattung von Gebäuden, sondern erwarte, dass wir das Thema Service und Ersatz von bestehenden Mattenanlagen zu einer wichtigen Umsatzsäule ausbauen.

 

Lesen Sie auch, was der ehemalige emcobau-Geschäftsführer Jochen Holzapfel im Gespräch aus seiner jahrzehntelangen Arbeit für das Unternehmen berichtet.

 

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